Gut und Böse – und allerlei dazwischen…

Wir leben in religiös aufgeladenen Zeiten.

Steht wenigstens ab und zu in der Zeitung. Oder es kommt im Fernsehen. Ja, klar, schließlich sind wir alle Papst. Oder finden wenigstens, dass der Dalai Lama “so ein netter Kerl” ist. Toll!

Ja, ja, spirituell -sind wir…absolut…hmm, ein bisschen wenigstens.

Ein bisschen “lieber Gott”, ein bisschen “dann im nächsten Leben” und etwas “ich glaube an was Höheres”… Irgendwie religiös! Religiös?

Drauf geschissen!

Religiös? Nein, bin ich nicht! Will ich auch nicht!

Was ich mir nicht erklären kann, mag ich mir auch nicht mit der Chiffre “Gott” schönreden.

Aber anfragen lassen, mag ich mich schon. Über das, was mich berührt, nach dem Sinn, über meine Freiheit, die oft nur  Abhängigkeit von irgendwas ist.

Wenn ich die Chiffre vergesse, dann fragt mich einer persönlich, einfach direkt.

Jesus ist mal gefragt worden, was denn das höchste Gebot sei, die entscheidende Regel quasi.

Tja, hat er geantwortet, du sollst Gott, deinen Herren, lieben von ganzem Herzen und mit ganzer Kraft und mit allem, was in dir ist, und dann den Menschen neben dir – ganz genauso wie dich selber!

Vielleicht ist heute die schwerste Aufgabe die letzte. Sich selber lieben! Mit sich klarkommen und sich in Ordnung finden, mit all dem, was nur ich von mir weiß. Aber das führt dazu, dass da ein anderer seinen Daumen draufhält: weil ich dich liebe, verstehe ich nicht, warum du das nicht selber mal versuchst!

Das ist eine Aussage! Stark! Und wahrscheinlich bin deshalb nicht religiös, sondern Christ.

Posted in Auch das noch! | Leave a comment

“Weihnachten wird unterm Baum entschieden” – Gott sei Dank nicht!

Was für ein beknackter Slogan, den ein großer Elektrodiscounter rausgehauen hat. Wenn es nicht so sehr stimmen würde…

An Deutlichkeit lässt die Printwerbung nichts zu wünschen übrig: Ein großer Plasmafernseher, ein kleinerer und ein Smartphone, auf deren pyramidenartig angeordneten Bildschirmen zusammen ein Weihnachtsbaum zu sehen ist. Untendrunter der wichtige Hinweis, dass man alles auch zu 0% finanzieren kann, sprich: auch wenn die Kohle nicht reicht, dann macht das nichts. Man kann das ja bis übernächstes Weihnachten monatlich abstottern. Denn: “Weihnachten wird unterm Baum entschieden!”

Die Freunde aus der einer der Limburger Jugendkirchen haben das passend kommentiert und die Werbung umgearbeitet. Wahr ist: “Weihnachten IST in der Krippe entschieden!” Vielen Dank für die Klarstellung! So ist es nämlich.

Weihnachten macht mir Angst: Wenn´s nämlich unterm Baum entschieden wird, wenn der Wert vom Wert abhängt, meiner nämlich von dem der Geschenke oder von den Dingen unterm Baum.

Gegen die Angst drängt sich das Bild einer dreckigen Krippe und der Schrei eines Säuglings: Gott verlangt nach Aufmerksamkeit, um zu sagen: Dein Wert ist entschieden! Vergiss den Baum!

Gesegnete Weihnachten und ein krasses, aufrüttelndes neues Jahr!

Posted in Auch das noch! | Leave a comment

Von der Freiheit, weg zu sein…

“Ich bin dann mal weg!” ist ein geflügeltes Wort geworden. Danke Hape! Bleibt doch die Frage, ob wir das wirklich drauf haben: Weg zu sein!

Meistens schleppt man ja seinen Balast mit sich rum: die Arbeit in den Urlaub, die Familie auf die Arbeit, die Sehnsüchte zu den Freunden, die Frustration in die Liebe…wenigstens so in der Art.

“Ich bin dann mal weg!” ist vielleicht die aktuelle Form eines urtümlichen Wunsches. “Ich möchte frei sein!” Zutiefst, ungebremst, ohne jeden Halt.

Wahrscheinlich so alt wie Menschen denken können: wie funktioniert das? Frei sein, aber nicht ohne Bindung. Frei sein, aber nicht ohne Bezug. Frei sein, aber nicht ohne Verbindlichkeiten.

Die Freiheit ist ein “Kind der Liebe” hat mal einer gesagt. Die engste Beziehung ist zugleich die freieste Entscheidung. Wahrscheinlich – Gott seis gedankt – ist das wahr!

Also werde ich mich kaum in der Ferne finden…aber vielleicht den Anfang des Wegs zurück zu mir.

Posted in LebensLinien | Leave a comment